Castillo Morales-Konzept
Das Castillo Morales Konzept ist ein umfassendes, neurophysiologisch
orientiertes Therapiekonzept für Kinder und Erwachsene
mit kommunikativen, sensomotorischen und orofazialen Störungen(
Störungen der Bewegung und Wahrnehmung, sowie speziell
der Mundmotorik). Rodolfo Castillo Morales wuchs in Argentinien
unter der Obhut von Eingeborenen auf, deren Lebensweise und
Philosophie entscheidend das Konzept des späteren Rehabilitationsarztes
beeinflusste.
Das Konzept hat zwei Schwerpunkte:
1. Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET)
Die neuromotorische Entwicklungstherapie entstand aus der
jahrelangen Erfahrung mit hypotonen Kindern. Die Indikationsstellung
hat sich seitdem erweitert:
- Kinder mit genetischen Syndromen und Muskelhypotonie
- Kinder mit verlangsamter sensomotorischer Entwicklung
- Kinder und Erwachsene mit zentralmotorischen Störungen
und/oder Mehrfachbehinderung
- Patienten mit peripheren Paresen
- Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
- Patienten mit Schädelhirntrauma und Koma
Die Therapie orientiert sich an der normalen sensomotorischen
Entwicklung des Kindes. Propriozeptive Erfahrungen werden
durch Behandlungstechniken wie Zug, Druck und Vibration verdeutlicht
und die visuelle Orientierung im Raum haltungsstabilisierend
genutzt.
2. Orofaziale Regulationstherapie (ORT)
Das orofaziale Behandlungskonzept entstand aus der Arbeit
mit Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und mit Kindern
mit Down-Syndrom. Das Konzept wird heute bei Kindern und Erwachsenen
mit sensomotorischen Störungen im Bereich des Gesichtes,
Mundes und Rachens angewandt, u.a. bei:
- Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten
- Fazialisparesen
- Neugeborenen und Säuglingen mit Saug- und Schluckstörungen
- Patienten mit Syndromen und neurologischen Erkrankungen
mit orofacialer Begleitsymptomatik, wie z.B.: Neuromuskuläre
Erkrankungen, Zerebralparesen, nach Schädel-Hirn-Trauma
und Schlaganfall.
Die Therapie setzt exaktes Wissen über die muskulären
Verläufe, die verschiedenen Muskelfunktionen, die Entwicklung
der physiologischen Funktionen des orofazialen und gesamtkörperlichen
Komplexes und die Wechselwirkung dieser Systeme voraus.
Craniosacrale
Therapie
Der Begriff „Craniosacral“ setzt sich aus den
beiden griechischen Worten Cranium = Schädel und Sacrum
= Kreuzbein zusammen.
Die Therapieform kommt aus Amerika und wurde von den Osteopathen
William Sutherland
und John Upledger entwickelt. Sutherland übertrug die
Prinzipien der Gelenkbeweglichkeit im Körper auf die
Schädelknochen. Er entdeckte, dass der Schädel keine
starre Struktur ist, sondern an den Schädelnähten
eine gewisse Flexibilität gegeben ist. Es bestehen rhythmische
Bewegungen, die über das Rückenmark bis hin zum
Kreuzbein, ja eigentlich überall im Körper zu spüren
sind.
Die Behandlung richtet sich demnach primär auf die Schädelknochen
mit ihren bindegewebigen Weichteilen sowie die Umhüllungen
(Fascien) des Schädeldaches, des Gesichtsschädels
und des Rückenmarkes (Duraschlauch), sowie auf alle funktionell
damit in Verbindung stehenden Strukturen.
In der Craniosacralen Therapie geht es also darum,
Fehlstellungen oder Restriktionen innerhalb des Craniosacralen
Systems und deren Auswirkungen auf den gesamten Körper
zu bestimmen und zu behandeln.
Restriktionen
können entstehen durch Fehlbelastung, traumatische Einflüsse,
Unfälle, jedoch auch durch ernährungsbedingte „chemische“
Ursachen oder hormonelle Störungen. Abhängig von
Reizstärke und körpereigenen Regulationsmechanismen
ist eine Störung anfänglich meist nur funktionell
und reversibel (umkehrbar). Bei langem Bestehen und Nichtbeheben
derselben kommt es zur Änderung der Gewebeeigenschaften.
Die Regulationsfähigkeit des Gewebes und des Körpers
wird schlechter.
Kann eine funktionelle Störung körperlich nicht
mehr kompensiert werden, kommt es im Körper zu lokalen
und allgemeinen Symptomen, der Mensch wird krank.
Bei der Untersuchung des Patienten wird der Rhythmus an verschiedenen
Stellen des Körpers beurteilt und der Therapeut lokalisiert
die Restriktion (Störung). Behandelt wird nicht nur lokal,
sondern bei Bestehen von mehreren Störungsbildern auch
alle kompensierenden Strukturen, also der ganze Körper.
Die Craniosacrale Therapie ist ein Teilgebiet der
Osteopathie.
Craniosacrale Therapie wird häufig eingesetzt bei:
- Tinnitus,
- Kopfschmerz,
- Sinusitis,
- chronischen Beckenproblemen,
- chronischen funktionellen Schmerzzuständen,
- vegetativen Dysfunktionen,
- Kiefergelenksproblemen,
- Gleichgewichtsstörungen,
- Schwindel und Koordinationsstörungen,
- Verhaltensauffälligkeiten und
- Lernbehinderungen.
Cyriax-Konzept
nach Dr. James Cyriax, Begründer der
orthop. Med nach Cyriax
Dieses
Konzept stellt eine auf biomechanischen und anatomischen Aspekten
basierende Untersuchungs- und Behandlungsmethode dar, die
es uns ermöglicht, Einzelstrukturen herauszutesten und
Oberbegriffe wie Schulter- Arm- Syndrom oder Wirbelsäulensyndrom
etc. genauer zu differenzieren.
Befundschwerpunkte:
Zu Beginn wird ein lokaler Arbeitsbefund erhoben, d.h. es
werden die betroffenen Strukturen genau herausgetestet. Weiterführend
werden die zugehörigen Wirbelsäulenabschnitte untersucht,
um feststellen zu können, inwieweit das lokale Problem
noch zusätzlich beeinflusst wird durch Funktionsstörungen
des Achsenorgans.
Bei bereits lange bestehenden Problemen muss dann nicht
zuletzt auch die segmentale Ausbreitung im vegetativen Versorgungsgebiet
berücksichtigt werden. Hier kann es zu Störungen
der vegetativen Reaktionen( wie Durchblutungs-
änderungen oder Senkung der Schmerzschwelle) kommen,
die das Grundproblem zusätzlich negativ beeinflussen.
Therapieschwerpunkte:
Behandlung lokaler Störungen je nach betr.
Struktur mit:
- Manueller Therapie
- Querfriktionen und Querdehnungen
- spezifischen schmerzlindernde Techniken
Behandlung zugehöriger Wirbelsäulen
– Abschnitte bei Blockierungsbefunden mit:
- Manueller Therapie
- mobilisierenden oder stabilisierenden Techniken
Behandlung der segmentalen Ausbreitung, d.h.
möglicher vegetativen Störungen mit:
- Wärmeanwendungen
- Reflexzonenbehandlung
- energetischen Techniken
Dorn –
Methode
Die Dorn – Methode ist eine sanfte Wirbel- und Gelenksbehandlung.
Sie kann für Erkrankungen, die direkt oder indirekt mit
der Wirbelsäule zusammenhängen, angewandt werden.
Als Beispiele seien hier der funktionelle Beckenschiefstand,
Ischialgien sowie segmentale Funktionseinschränkungen
der Wirbelsäule genannt.
Auf eine sanfte Art, d.h. über die Ausnutzung der mobilisierenden
Wirkung von gezielten Muskelaktivitäten werden Wirbel
und Gelenke bei Funktionsstörungen normalisiert.
Einfache Selbstübungen nach Dorn sorgen dann für
einen dauerhaften Erfolg. Die Dorn-Methode ist frei von ungewollten
Nebenwirkungen, ungefährlich und dennoch sehr wirksam.
Die Schmerzgrenze wird in der Therapie nicht überschritten
und Sie können als Patient dadurch auch in der Eigenbehandlung
die Dosierung gut kontrollieren.
Begründer der Methode ist der Landwirt Dieter Dorn aus
dem Allgäu, der schon seit über 30 Jahren als „
Laienbehandler“ mit wenigen einfachen Handgriffen vielen
Patienten zu Schmerzfreiheit verholfen hat.
Breuss – Massage
Die Breuss-Massage, begründet von Rudolf Breuss, löst
segmentale Funktionstörungen auf körperlicher Ebene,
leitet die Regeneration der unterversorgten Bandscheibe ein
und wirkt damit regulierend auf die vegetative Funktion der
segmentspezifischen Organe.
Die Anwendung durch Physiotherapeuten, die über ein
umfangreiches Wissen der Anatomie und Physiologie sowie der
Pathologie von Funktionsstörungen der Wirbelsäule
verfügen, gibt dieser Methode noch einmal eine neue Qualität.
Das Therapiespektrum wird erweitert und der Patient erhält
nach entsprechender Anleitung eine Möglichkeit der Selbstbehandlung/-
übung, die einfach zu realisieren ist.
Durch die hohe mechanische Belastung neigen der Bereich der
unteren Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins (Bandscheibe,
Wirbelsäule und Iliosakralgelenke) zu Funktionsstörungen
und degenerativen Prozessen. Insbesondere bei diesen Problemen
kann die Methode leicht und ungefährlich mit dem Ziel
der Durchblutungs-verbesserung von Sehnen, Muskel und Bändern
als auch der Verbesserung des Bandscheibenstoffwechsels angewendet
werden.
Damit wird die eigene Regenerationsfähigkeit des Körpers
sinnvoll unterstützt und eine Entlastung im betroffenen
Segment erreicht.
Die Breuss-Massage lässt sich deshalb ausgezeichnet
als Vorbereitung oder als Behandlungsabschluss mit der Dorn-Methode
kombinieren.
Unsere Praxis verfügt über die erforderliche fachspezifische
Fortbildung in dieser Methode. |